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Juli bis in den August: Räuber und Parasiten


Tipps zum Abschleudern: so Räuberei vermeiden!

Jetzt müssen Sie darauf achten, dass an Ihrem Bienenstand keine Räuberei ausbricht.

  • Arbeiten Sie sehr sauber, lassen Sie nirgendwo Waben oder Futterreste stehen.
  • Offene Zargenmüssen Sie immer sofort mit einem Deckel verschließen.

Das gleiche gilt, wenn Sie jetzt abschleudern. Wenn Sie mehr als 5 Völker auf Ihrem Stand haben, beginnen Sie morgens sehr früh mit dem Abschleudern. Beenden Sie die Arbeit sofort, wenn Sie merken, dass Räuberei beginnt.
Führen Sie das Abschleudern erst am nächsten Tag fort.

Besser geht es, wenn Sie Bienenfluchten einsetzen, dann ist eine Räuberei beim Abschleudern nahezu ausgeschlossen.

Ist – aus welchem Grund auch immer – eine Räuberei ausgebrochen heißt es schnell zu handeln:

  • Verengen Sie die Flüglöcher der Völker so, dass nur noch jeweils 1 Biene ein oder ausfliegen kann.
  • Stellen Sie eine Glasscheibe senkrecht leicht schräg vor das Flugloch. Räuberbienen kommen immer von vorne und werden von der Glasscheibe zunächst abgehalten. Die Wächterbienen haben so eine höhere Chance das Flugloch zu verteidigen.
  • Im Notfall hilft auch “Antirapina”. Bei leichter Räuberei links und rechts des Fluglochs einen getränkten Wattebüschel hinlegen, was die Räuber sofort vertrteibt und den Stockgeruch neutralisiert. Antirapina wehrt den Anfängen und bekämpft bereits ausgebrochene Räuberei. 
  • Bei sehr starker Räuberei kann es jedoch passieren, dass nur hilft, die Fluglöcher zu verschließen und die Bienenkästen die ausgeräubert werden mindestens 3 km weit weg zu stellen.
  • Wenn Sie eine ausgebrochene Räuberei nicht bekämpfen, werden die Räuberbienen alle schwächeren Völker und Ableger eines Standes ausräubern und damit töten.
  • Wenn Sie Ihre Bienen flüssig füttern z.B. mit Zuckerwasser sollten Sie dies nur abends vor der Dämmerungmachen, damit durch die Fütterung keine Räuberei ausgelöst wird.

Beachten auch Sie den Spruch, den schon die alten Imker immer sagten:
Vor jeder Räuberei gibt es eine Eselei.


Tipp am Rande: mit Phacelia den Winterbienen helfen!

Ein großes Problem der Imker sind die Monokulturen der Bauern. Jetzt blüht nichts mehr und die Eiweißversorgung der Bienen ist selten gut. Man kann seinen Bienen gut helfen, indem man "genau jetzt" für die Pollenversorgung der Bienen im Herbst sorgt.

Wir empfehlen dazu die Bienenweide “Phacelia”. Sie stellt eine ideale Nahrunsquelle für Bienen und alle Insekten dar. Jetzt ausgesät (0,5 kg reichen für 100 qm), blüht die Phacelia in ca. 6 Wochen, genau dann, wenn sich die Winterbienen mit Eiweiß versorgen müssen.


Nach dem Abschleudern ist es an der Zeit mit der Varroabehandlung zu beginnen, will man das Heranwachsen gesunder Winterbienen nicht gefährden.

Seit dreißig Jahren wütet die aus Asien eingeschleppte Varroa-Milbe unter Europas Bienenvölkern. In Deutschland gibt es fast kein Bienenvolk mehr, das frei von Varroa-Milben ist. Die Milbe verursacht allein in Deutschland Schäden von rund 15 Millionen Euro jährlich. Deshalb ist die Varroabehandlung in der heutigen Zeit wichtiger denn je. Wir bieten Ihnen erprobte und bewährte Gerätschaften und Hilfsmittel. Sie sollten Ihre Völker rechtzeitig gegen die Varroa behandeln. Es hat sich gezeigt, dass eine intensive Behandlung im Juli und August sehr wirkungsvoll ist. Die Restentmilbung im November/Dezember ist ebenfalls von größter Bedeutung und sollte unbedingt durchgeführt werden.

Typischer Weise ist der Befall mit Varroa-Milben im Frühjahr gering und steigert sich dann drastisch bis in den Spätsommer. Auch das natürliche schrumpfen der Bienenvölker im Spätsommer trägt zu einem starken Anstieg des relativen Befalls bei. Da dies die Aufzucht gesunder Winterbienen empfindlich stören kann, gilt es zum einen jetzt, bzw. nach dem letzten Abschleudern, umgehend aktiv zu werden und die Milbe in Schach sowie die Bienen gesund zu halten. Und das verstärkt bis ins Frühjahr bis zur ersten Tracht.

Der Spielraum zur Varroabekämpfung während der Trachtzeit ist dagegen sehr gering. So hat sich in dieser Zeit praktisch nur das Ausschneiden der Drohnenrähmchen (Baurahmen) durchgesetzt. Ableger und Jungvölker von denen man keinen Honig erntet kann man jedoch jederzeiz z.B. mit Bienenwohl behandeln.

Doch zurück zum Jetzt. Nach dem Abschleudern bietet sich die Behandlung der Völker mit der als Arzneimittel zugelassenen Ameisensäure ad. us. vet. an. Hierzu ein paar Tipps:


Varroabekämpfung:

Behandlung mit Ameisensäure 60% ad. us. vet. im Verdunster

Die Verwendung von Ameisensäure zur Varroabekämpfung ist nur nach Trachtende zulässig. Die Behandlung mit einem Verdunster sollte direkt nach dem Abschleudern (Juli) beginnen.
Immer gilt: Vorsicht im Umgang mit Säure! Halten Sie sich immer an die entsprechenden Sicherheitshinweise:

  1. Handschuhe, Schutzbrille, Eimer mit Wasser.
  2. Spritzer sofort mit Wasser auswaschen.
  3. Atemschutzmaske bei größeren Völkerzahlen.
  4. Windrichtung beachten. Von dem eigenständigen Verdünnen der Säure raten wir ab. !Gefährlich!  Kaufen Sie lieber die richtige Konzentration, oder greifen auf die Hilfe eines Apothekers zurück!

Die empfohlene Dosis für ein- bzw. zweizargige Völker liegt im Spätsommer/ Herbst bei 6- 10 g Ameisensäure 60% pro Zarge und Tag, im Sommer (nach der Abschleuderung) bei 15- 20 g pro Zarge und Tag.

Wir empfehlen zur Verdunstung den Einsatz des APIDEA Säure-Applikators. Ein flexibles Werkzeug in der Hand des umweltbewussten Imkers.

Entsprechend den neueren Forschungsergebnissen muss es das Ziel der Säurebehandlung gegen die Varroa-Milbe sein, eine optimale Säurekonzentration in der Beute zu erhalten. Die Praxis zeigt, dass diese erreicht wird, wenn es gelingt, eine bestimmte tägliche Menge Säure (Gramm pro Tag) im Verhältnis zur Beute- und Volksgrösse zur Verdunstung zu bringen Das Erreichen dieser optimalen Säureverdunstung pro Tag hängt von vielen Elementen ab, vor allem von der Temperatur, den Ventilationsverhältnissen, der Volksstärke, der Wabenzahl etc., ist also für jeden Stand und jedes Volk etwas verschieden. Entsprechend muss der Imker die Verdunstungsöffnungen eines Applikators flexibel einstellen können.

Der APIDEA-Applikator ist ein Dispenser, der diese Bedingungen ideal erfüllt. Mit dem APIDEA-Applikator können Sie die Varroabehandlung mit Ameisensäure einfach, rasch und sicher durchführen. Das Schweizerische Zentrum für Bienenforschung in Liebefeld hat schon 1998 in einem Vergleich mit 5 Ameisensäure - Dispensern festgestellt, dass nur beim Apidea Applikator kein Königinnenverlust zu verzeichnen war, bei gleichzeitiger Wirksamkeit von 96%!

Hier möchten wir Ihnen die Verwendung unseres Taunus-Apidea Säure-Applikators kurz Erläutern - die Handhabung des Applikators selbst ist denkbar einfach:

  1. Die beiden Platten herausziehen.
  2. Die Ameisensäure gleichmäßig über das trockene Schwammtuch verteilen.
  3. Die kleinere Lochplatte bis zum Anschlag einschieben, dann die größere Lochplatte einschieben, bis der untere Rand mit dem Applikator bündig ist. Der Applikator ist nun geschlossen. Nicht lange in einer senkrechten oder schrägen Lage halten. Die Säure könnte ausfließen. 
  4. Unmittelbar vor dem Einlegen in die Beute (optimal während der Kühle des Morgens), die Verdunstungsfläche an Hand der Skala einstellen
  5. a.) Grundeinstellung (bei Unterbehandlung 10 qcm mehr): Blätterstöcke 30 qcm, Dadant: 45 qcm; DN Zander und Langstroth: 1 Zarge 30 qcm, 2 Zargen: 40 bis 50 qcm 
  6. b.) Korrekturen (je nach Prognose für Höchsttemperaturen im Schatten): über 25°: 10 qcm weniger; unter 18° 10 qcm mehr. 
  7. c.) Empfehlung: fangen Sie mit einer 10 qcm geringeren Verdunsterfläche an und korrigieren Sie am zweiten Tag auf die Grundeinstellung (+ Wetterkorrektur) 
  8. Einlegen in die Bienenbeute bei Oberbehandlung (Empfehlung!): 
  9. a.) den Applikator nun umgekehrt auf zwei Leisten von 6 bis 10mm Höhe legen und mit der Abdeckfolie zudecken. 
  10. b.) Bei Kunststoffbeuten den Wanderboden während der Dauer der Behandlung mit der Einlegeplatte schließen oder Varroaeinschiebetablett (Segeberger Beute) einschieben. 
  11. Am Ende der Behandlungsperiode den/die Applikator/en herausnehmen, mit zwischengelegten Abstandsleisten und offenen Verdunstungsöffnungen stapeln und trocknen lassen. So bleibt das Schwammtuch flach. 
  12. Im Oktober (frühestens zwei Wochen nach der Behandlung) Varroabefall feststellen und nötigenfalls Ergänzungsmaßnahmen vornehmen.