Bienen füttern Frühjahr
In unserer Taunus-Großimkerei begleiten wir seit Jahrzehnten jedes Frühjahr hunderte Völker durch die sensible Phase der sogenannten Durchlenzung – in diesem Beitrag erklären wir Ihnen, wie die Durchlenzung kein Problem darstellt.
Warum das Thema Bienen füttern im Frühjahr so sensibel ist
Im Spätwinter und zeitigen Frühjahr läuft im Bienenvolk ein Wettlauf: Die Königin startet mit der Brut, die Winterbienen verbrauchen Energie für Heizung und Aufzucht, draußen blüht aber noch kaum etwas. Futterverbrauch und Futtereintrag passen in dieser Zeit oft nicht zusammen.
Unser Ziel als Imker: Völker im Frühjahr so führen, dass sie durchgängig ausreichend Futter haben, aber keine „Zuckerhonige“ entstehen und die Entwicklung naturgemäß abläuft. Fütterung dient im Frühjahr vorrangig der Absicherung und zur Brutreizung, nicht der Auffütterung.
Grundprinzipien: Wann Sie Bienen im Frühjahr überhaupt füttern
1. Blick in die Beute: Futterkontrolle statt Bauchgefühl
Sobald die Witterung den ersten kurzen Blick zulässt (oft Ende Februar bis Mitte März, je nach Region):
- Deckel abheben, Folie bzw. Deckelplatte leicht anheben
- Randwaben prüfen: Wie schwer wirken die Futterwaben?
- Brutnest lokalisieren: Wie viel Futterkranz sitzt direkt am Brutnest?
2. Notfütterung vs. Reizfütterung im Frühjahr
Beim Thema „Bienen füttern im Frühjahr“ fließen zwei völlig unterschiedliche Ziele leicht durcheinander:
- Notfütterung: verhindert das Verhungern, sichert das Überleben
- Reizfütterung: fördert Brut und Volksentwicklung gezielt
Welche Bienennahrung im Frühjahr geeignet ist
Die zentrale Frage vieler Imkerinnen und Imker lautet: Womit Bienen im Frühjahr füttern, ohne Fehler zu machen? Welches Futter ist optimal?
1. Reizfutterteig für Bienen im Frühjahr
Der sogenannte Reizfutterteig stellt die erste Wahl in der frühen Jahreszeit dar, vor allem für:
- Notfütterung im Spätwinter und Frühjahr
- Ableger, die knapp sitzen
- Völker mit lückenhaftem Futterkranz am Brutnest
Vorteile von Futterteig im Frühjahr:
- Kein zusätzlicher Feuchtigkeitseintrag
- Langsame, stetige Aufnahme
- Sicherer Transport, keine auslaufenden Futtergeschirre
- Geringeres Räubereirisiko
Im Sortiment von Werner Seip finden Sie unterschiedliche Bienenfutterteige – von klassischem Futterteig bis zu Varianten mit Eiweißanteilen. Eine Übersicht erhalten Sie im Bereich Bienenfutter und Futterteig.
Unsere klare Empfehlung im Frühjahr: Neopoll N, Neopoll C oder unser hauseigener Taunus-Futterteig! Nicht empfehlen können wir Apifonda, da dieses deutlich fester ist, als die vorher genannten Sorten. Die Bienen brauchen also Wasser von außen, um Apifonda abzunehmen. Wasser holen bedeutet Energieverbrauch. Kontraproduktiv im Frühjahr.
2. Zuckerwasser für Bienen im Frühjahr
Achtung: wir wissen, dass viele Imker auch mit Flüssigfutter im Frühjahr füttern - wir persönlich raten davon ab!
Zuckerwasser oder Sirup nutzen Imker gezielt:
- Für Reizfütterung kurz vor und zu Beginn der Frühtracht
- Wenn bereits stabil milde Temperaturen herrschen
- Für starke Völker, die den zusätzlichen Wasserbedarf problemlos bewältigen
Übliche Mischung beim Thema „Bienen füttern: Zuckerwasser Verhältnis“ im Frühjahr:
- 1 : 1 (Gewicht) – ein Teil Weißzucker, ein Teil Wasser
- rasch verfügbar
- regt die Bautätigkeit an
- eignet sich für die gezielte Reizfütterung
Hohe Konzentrationen wie bei der Herbstauffütterung (3 : 2 oder 2 : 1) spielen im frühen Frühjahr kaum eine Rolle, da es hier nicht um Einlagerung, sondern um Brutanregung und kurzfristige Unterstützung geht.
Notfütterung im Frühjahr: So verhindern Sie den Futterabriss
Trotz guter Herbstauffütterung geraten Völker im Spätwinter/Frühjahr in Engpässe – etwa bei langer Brutperiode im Januar/Februar, schwacher Wintertracht oder Witterungsextremen.
So erkennen Sie Futterknappheit rechtzeitig
Achten Sie auf folgende Signale:
- Volk sitzt weit oben unter der Folie oder am Deckel
- Randwaben leer oder nur mit alten Zelldeckeln gefüllt
- Futterkranz um das Brutnest sehr schmal
- Unruhiges Volk bei kalter Witterung, Summton wirkt „nervös“
Bei solchem Bild schließen wir in unserer Imkerei keine Beute, bevor nicht ein Futterteigblock aufgelegt ist.
Schritt-für-Schritt: Notfütterung mit Futterteig
- Kühlen, windstillen Zeitpunkt wählen, idealerweise tagsüber
- Deckel abnehmen, Folie nur so weit wie nötig zurückschlagen
- Futterteigpaket (einige Hundert Gramm bis 1 kg) anritzen
- Direkt über die Bienentraube oder auf die Rähmchen des Brutraums auflegen
- Beute zügig schließen, Flugloch eher klein halten
So sichern Sie die Völker sogar bei frostnahen Temperaturen ohne große Störung. In eiskalten Phasen hilft notfalls auch ein Futterteigpaket unter den Deckel, ohne die Wabengassen zu öffnen.
Reizfütterung Bienen im Frühjahr: Segen oder Risiko?
„Reizfütterung Bienen Frühjahr“ ist ein beliebtes Schlagwort. In Imkervereinen prallen hier Welten aufeinander: Die einen schwören darauf, die anderen lehnen sie grundsätzlich ab.
Was Reizfütterung bewirkt
Durch kleine, wiederkehrende Gaben von Zuckerwasser für Bienen im Frühjahr oder weichem Futterteig im Bereich des Brutnestes:
- nehmen die Bienen das Futter wie anhaltenden Trachteintrag wahr
- erweitern den Brutumfang
- stimulieren die Königin zu stärkerer Eilage
So entstehen im Idealfall starke Völker zur Obst- oder Frühtracht.
Risiken übertriebener Reizfütterung
Aus der Praxis kennen wir aber auch die Schattenseite:
- Brutumfang wächst schneller als die Witterung es zulässt
- Futterverbrauch explodiert – bei weiter schlechter Tracht droht später Hunger
- Räuberei- und Verflugrisiko steigen, wenn flüssig und ungeschickt gefüttert wird
- Gefahr von Futter im Honig, wenn bis in die Tracht hinein Zuckerwasser gefüttert wird
Unser Fazit aus sieben Generationen Bienenhaltung:
Reizfütterung im Frühjahr sinnvoll einsetzen, nicht als Standardprogramm.
Wir nutzen Reize:
- für starke, gesunde Völker
- kurz vor erwarteter Tracht (z. B. Raps)
- in Regionen mit regelmäßig stabilem Frühjahrsverlauf
In raueren Lagen im Taunus bleiben wir dagegen eher zurückhaltend. Die Natur liefert am Ende die beste Reizung – Weiden, Krokusse, Obstblüte.
Bienen füttern im Garten: Wild- und Honigbienen richtig helfen
Viele naturverbundene Menschen möchten „Bienen füttern im Garten“ und greifen spontan zu Zuckerwasser-Schälchen auf Terrasse oder Balkon. Aus fachlicher Sicht raten wir dazu, anders zu helfen.
Warum offenes Zuckerwasser im Garten keine gute Idee ist
- Es zieht in der Regel vor allem Honigbienen an, keine Wildbienen
- Es fördert Räuberei und steigert Konflikte zwischen Völkern
- Zuckerwasserquellen in Wohngebieten führen schnell zu Problemen mit Nachbarn (Bienen an Terrasse, Kuchen, Getränken)
- Zuckerwasser ersetzt keine pollenreiche Nahrung, die Brut braucht
Sinnvolle Alternativen im Garten
Wer Bienen helfen möchte, setzt auf:
- Frühblühende Stauden und Gehölze (z. B. Krokus, Schneeglöckchen, Weide, Kornelkirsche, Lungenkraut)
- Dauerhafte Wasserstellen mit Bienentränken, etwa mit Schwimmhilfen aus Kork oder Kies
Für Imkerinnen und Imker bieten wir passende Bienentränken und Futtergeschirre in unserem Sortiment an. Eine Auswahl finden Sie in der Kategorie Bienentränken für den Bienenstand.
Achtung: niemals Bienen mit fremdem Honig aus dem Supermarkt füttern. Supermarkthonige kommen i.d.R. aus dem Ausland und enthalten in 99 % der Fälle Faulbrutsporen. Sie schädigen damit nicht nur Ihre Bienen sondern gefährden auch alle Imker im Umkreis von 3 km!
Praktische Fütterungsmethoden: Von Futterteig bis Zuckerwasser
Futterteig im Frühjahr richtig aufbringen
Variante 1 – Auflegen auf die Rähmchen
Bewährt bei den meisten Beutensystemen (Segeberger, Taunus Zander, Dadant etc.):
- Futterteigblock aus der Verpackung nehmen oder Folie einschneiden
- Flach auf die Oberträger der Rähmchen legen, möglichst über dem Brutnest
- Abstand zwischen Teig und Deckel mit einer Leerzarge oder Futterzarge schaffen
Variante 2 – Futtertasche nutzen
Gerade bei häufiger Frühjahrsführung und kleinteiligen Gaben haben sich Futtertaschen bewährt:
- Futtertasche neben das Brutnest hängen
- Futterteig in Stücken hineinlegen
- Bienen holen sich Teig nach Bedarf
Passende Futtertaschen für Zander- und Deutsch-Normalmaß finden Sie bei uns unter Futtergeschirre und Zubehör.
Zuckerwasser für Bienen im Frühjahr – sicher anreichen
Flüssigfutter erfordert im Frühjahr sorgfältige Handhabung:
- Futtereimer mit Siebdeckel oder
- Innendeckel-Futterzargen
- Futtertaschen bei kleineren Gaben
Wichtige Punkte:
- Nur innerhalb der Beute füttern, kein offenes Füttern
- Flugloch einengen, um Räuberei vorzubeugen
- Futtergaben eher klein halten (0,5–1 l pro Gabe) und eng am Volksbedarf orientieren
Im Shop von Werner Seip finden Sie ein umfangreiches Programm an Futtergeschirren, Futtereimern und Zubehör, passend für Segeberger- und Taunus-Zander-Beuten.
Zuckerwasser für Bienen: Tabelle zu Mischungsverhältnissen im Jahresverlauf
Auch wenn der Fokus dieses Beitrags auf „Bienen füttern Frühjahr“ liegt, hilft ein Blick auf die unterschiedlichen Zuckerwasser-Verhältnisse im Jahreslauf. Die folgende Tabelle bietet Ihnen eine Orientierung:
| Einsatzbereich | Zeitraum (typisch) | Zucker : Wasser (Gewicht) | Konsistenz / Zweck |
|---|---|---|---|
| Reizfütterung Bienen Frühjahr | März–April | 1 : 1 | dünnflüssig, fördert Brut und Bautrieb |
| Unterstützung starker Völker vor Tracht | direkt vor Früh- oder Rapstracht | 1 : 1 | schnelle Aufnahme, kurzfristiger Schub |
| Ablegergründung Frühsommer | Mai–Juni | 1 : 1 bis 3 : 2 | Bautrieb, Wabenbau, langsame Einlagerung |
| Herbstauffütterung | August–September | 3 : 2 oder 2 : 1 | dickflüssig, Vorratsaufbau |
| Notfütterung im Winter (Sirup) | nur in warmen Phasen | 3 : 2 | konzentriert, aber heikel in Kälte |
Im Frühjahr bleibt das Hauptthema: Sicherheit über Futterteig, gezielte Reize situativ mit 1:1-Zuckerwasser, wenn Temperatur, Volksstärke und Trachterwartung zusammenpassen.
Regionale Unterschiede beim Bienen füttern im Frühjahr
Deutschland reicht von der Nordsee bis zu den Alpen. Entsprechend stark variiert die Vegetationsentwicklung.
Beispiele aus der Praxis
Milde Lagen (z. B. Rheintal, Weinbaugebiete)
- Weiden und erste Frühblüher blühen oft schon im Februar
- Reizfütterung im März liefert teilweise echten Mehrwert
- Futterabriss droht eher selten, wenn der Herbst korrekt aufgefüttert wurde
Kühle Lagen (Taunus, Mittelgebirge, Höhenlagen)
- Lange Kältephasen bis in den April möglich
- Brutbeginn zieht sich, der Futterverbrauch steigt früh an
- Notfütterung mit Futterteig gewinnt hier an Bedeutung
Wir orientieren uns immer an:
- Regionale Trachtverläufe der letzten Jahre
- Wetterprognosen für die kommenden Wochen
- Erfahrungswerten am eigenen Stand
Für Einsteiger empfiehlt sich der Austausch im lokalen Imkerverein in Kombination mit eigener Dokumentation (Stockkarten, Waagvolk).
Bienen füttern im Frühjahr und Honigqualität
Ein Thema, das vielen Imkerinnen und Imkern Bauchschmerzen bereitet: Wie vermeide ich Futter im Honig?
Goldene Regeln aus unserer Imkerei
Flüssigfütterung rechtzeitig beenden
- Zuckerwasser und Sirup im Frühjahr nur einsetzen, solange kein Honigraum aufliegt
- Spätestens mit Beginn der Anwanderung in die Frühtracht keine Flüssigfütterung mehr
Futterteig im Frühjahr sorgfältig dosieren
- Futterteig wird zwar bevorzugt im Brutraum verbraucht, dennoch nicht bis in die starke Tracht hinein geben
- Ziel: Restfreie Verbrauchssituation vor Beginn intensiver Nektareinträge
Honigraum-Bienen sollen Nektar eintragen, keinen Sirup
- Starke Völker mit ausreichenden Vorräten in die Tracht führen
- Bei Zweifel lieber ein Volk aus der Tracht nehmen, statt Zuckerhonig zu riskieren
Dank unserer eigenen Großimkerei kennen wir die Auswirkungen unpassender Fütterung auf den Honig genau. Sorgfältige Planung im Frühjahr zahlt sich im Glas aus.
Typische Fehler beim Bienen füttern im Frühjahr – und wie Sie sie vermeiden
Aus Kursen mit Jungimkern beobachten wir wiederkehrende Muster. Hier einige der wichtigsten Fallstricke und unsere Lösungen:
Fehler 1: Völker gelten als „satt“, Kontrolle findet erst im April statt
- Folgen: Futterabriss im März, geschwächte oder tote Völker
- Besser: Frühzeitige, kurze Kontrollen ab erster stabil milder Witterung, ggf. mit Futterteig nachsteuern
Fehler 2: Großzügige Zuckerwassergaben bei Kälte
- Folgen: Auskühlen, Feuchte im Brutraum, mögliche Durchfallprobleme, Räuberei-Gefahr
- Besser: In der kalten Phase Futterteig nutzen, Flüssigfutter auf warme Perioden verschieben
Fehler 3: Reizfütterung ohne Blick auf Witterung
- Folgen: Übermäßige Brut in einer Phase, in der draußen nichts blüht, hoher Futterverbrauch, Stress
- Besser: Reizfütterung Bienen Frühjahr nur planen, wenn absehbar passendes Flug- und Trachtwetter folgt
Fehler 4: Füttern von Bienen im Garten mit Zuckerwasser-Schälchen
- Folgen: Räuberei, Probleme mit Nachbarn, wenig Nutzen für Wildbienen
- Besser: Frühblüher pflanzen, bienenfreundliche Sträucher setzen, bienensichere Wasserstellen anbieten
Unsere Produktempfehlungen für die Frühjahrsfütterung
Als Imkerbetrieb im Taunus testen wir fast alle Produkte, die wir anbieten, im eigenen Bienenstand. Für „Bienen füttern Frühjahr“ greifen wir vor allem auf folgende Produktgruppen zurück:
1. Fertigfutterteige
Fertigfutter spart Zeit und reduziert Fehlerquellen bei der eigenen Mischung. Im Bereich Bienenfutter im Seip-Shop finden Sie:
- Klassischen Futterteig in verschiedenen Gebindegrößen
- Eiweiß-Futterteige für Pollenengpässe
- Varianten mit unterschiedlichen Zusammensetzungen je nach Anwendungsfall
2. Futtergeschirre und Futtertaschen
Unter Futtergeschirre & Zubehör erhalten Sie:
- Futtereimer mit geeigneten Siebdeckeln
- Futtertaschen für Zander und Deutsch Normal
- Futterzargen für Segeberger- und Taunus-Zander-Beuten
- Zubehör zur sicheren Handhabung (z. B. Bottichlack für Eigenbau-Futtergeschirre)
3. Bienentränken
Gerade im Frühjahr benötigen Völker viel Wasser für Brut und Verdünnung. Unter Bienentränken finden Sie:
- Einfache Kunstofftränken für den Stand
- Systeme in unterschiedlichen Größen je nach Völkerzahl
4. Passende Beuten und Fütterungssysteme
Unsere eigenen Taunus-Zander- und Segeberger-Beuten sind so konstruiert, dass gängige Fütterungssysteme optimal passen. Informationen dazu finden Sie unter Bienenkästen von Seip.
Schritt-für-Schritt-Plan: Bienen füttern im Frühjahr mit System
Zum Abschluss des Ratgeberteils fassen wir einen praxisnahen Ablauf zusammen, der sich bei uns bewährt hat:
Phase 1: Spätwinter – Januar/Februar
- Fluglöcher im Blick behalten, grobe Gewichtskontrolle durch Anheben
- Noch keine großen Eingriffe, Futterteig nur bei eindeutigen Hungersignalen (z. B. Bienen sitzen direkt unter dem Deckel)
Phase 2: Früher März – erster Reinigungsflug
- Bei passendem Wetter kurz öffnen
- Futterwaben prüfen, Futterkranz um das Brutnest bewerten
- Bei kritischen Vorräten Futterteig auflegen oder in Futtertasche geben
- Kein Zuckerwasser für Bienen im Frühjahr in dieser noch kalten Phase
Phase 3: Ende März/April – Vegetation startet
- Kontrollblick auf Brutflächen, Volksstärke und Futter
- Eventuell zweite Futterteiggabe bei stärkerer Brutentwicklung
- Erste, vorsichtige Reizfütterung mit 1:1-Zuckerwasser bei stabil zweistelligen Temperaturen und absehbarer Trachtentwicklung
Phase 4: Vor Trachtbeginn
- Mit zunehmender Weiden-, Raps- oder Obstblüte Fütterung zurückfahren
- Spätestens mit Aufsetzen des Honigraums keine Flüssigfütterung mehr
- Futterteig nur noch einsetzen, wenn ein Volk aus der Reihe tanzt und nicht in die Tracht gehen soll
Durch diesen Plan führen Sie Ihre Völker sicher und zielgerichtet durch das Frühjahr, ohne sie in riskante Extremsituationen zu bringen.
Häufige Fragen zum Thema „Bienen füttern Frühjahr“
Bei welchen Temperaturen soll man Bienen füttern?
Für das Bienen füttern im Frühjahr eignen sich unterschiedliche Temperaturbereiche je nach Futterart. Futterteig lässt sich bereits ab wenigen Grad über Null einsetzen, solange Sie den Stock nur kurz öffnen und den Teig direkt über das Brutnest legen. Flüssiges Futter wie Zuckerwasser oder Sirup geben Sie erst bei stabil milder Witterung mit Tageshöchstwerten im zweistelligen Bereich. Dann arbeiten die Bienen flüssig, belüften gut und bringen den Wasserhaushalt in Balance. In kalten Phasen bleibt Futterteig beim Bienen füttern im Frühjahr die deutlich sicherere Wahl.
Welche Bienennahrung ist im Frühjahr geeignet?
Im Frühjahr eignen sich vor allem Futterteig, bei Bedarf Eiweiß-Futterteig und zu einem späteren Zeitpunkt Zuckerwasser im Verhältnis 1 : 1. Futterteig stabilisiert den Futtervorrat, ohne die Beute zu durchfeuchten. Eiweißteig unterstützt die Brut, wenn wenig Pollen einfließt. Zuckerwasser für Bienen im Frühjahr bietet sich erst bei Flugwetter für gezielte Reizfütterung an, etwa kurz vor der Frühtracht. Ergänzend zur Fütterung unterstützen frühe Trachtpflanzen und Bienentränken im Umfeld der Stände die Völker auf natürliche Weise.
Womit kann man Bienen im Frühjahr füttern?
Sie versorgen Ihre Bienenvölker im Frühjahr vor allem mit Futterteig, Zuckerwasser und je nach Situation mit Eiweißfutterteig. Futterteig eignet sich zur Notfütterung und Grundabsicherung der Vorräte. Zuckerwasser im Verhältnis 1 : 1 liefert schnelle Energie und regt bei passenden Temperaturen Brut und Bautätigkeit an. Eiweißfutterteige (Pollenersatz) geben Sie gezielt, wenn der Polleneintrag über Wochen stockt und die Brutentwicklung sichtbar ins Stocken gerät. Auf offene Zuckerwasserschalen im Garten verzichten Sie, da diese Räuberei auslösen und beim Thema Bienen füttern Frühjahr keinen nachhaltigen Nutzen haben.
Soll man Bienen im Frühjahr füttern?
Ob Sie Bienen im Frühjahr füttern, hängt vom tatsächlichen Futtervorrat und der Volksentwicklung ab. In gut eingefütterten Völkern ohne Futterabrissbedarf greifen erfahrene Imker zurückhaltend ein und lassen die natürliche Tracht arbeiten. Sobald die Kontrolle jedoch knappe Vorräte zeigt, sichern Sie das Volk mit Futterteig, um Hunger und Volksverlust zu verhindern. Reizfütterung Bienen Frühjahr mit Zuckerwasser ergibt nur Sinn, wenn Temperatur, Volksstärke und Trachterwartung zusammenpassen. Ziel bleibt: Futterknappheit vermeiden, aber keine unnötige Fütterung bis in die Tracht hinein.
Wie viel Futter brauchen Bienen im Frühjahr?
Der Futterbedarf im Frühjahr hängt von Volksstärke, Brutumfang und Witterung ab. Als grobe Orientierung reichen in vielen Regionen 3–4 kg Futtervorrat pro Volk im März, um ohne Futterabriss in den April zu kommen. Starke Völker mit intensiver Brut benötigen eher mehr, kleine Einheiten oder Ableger weniger. Wer Bienen füttern im Frühjahr mit Futterteig absichert, plant meist Gaben von 0,5–1 kg Futterteig je Volk und Kontrolle ein. Lieber mehrere kleinere Gaben als eine sehr große, die lange im Stock liegt.
Ist Zuckerwasser im Frühjahr besser als Futterteig?
Futterteig und Zuckerwasser erfüllen im Frühjahr unterschiedliche Aufgaben. Futterteig eignet sich ideal zur Notfütterung und Grundabsicherung, da er ohne großen Feuchtigkeitseintrag funktioniert und schon bei kühlen Temperaturen direkt über dem Brutnest liegt. Zuckerwasser für Bienen im Frühjahr nutzen Sie zur gezielten Reizfütterung, wenn milde Temperaturen herrschen und eine Frühtracht ansteht. Futterteig steht für Sicherheit, Zuckerwasser für Steuerung und Reiz – in der Praxis ergänzt sich beides, statt im Wettbewerb zu stehen.
Wie vermeide ich Futter im Honig bei der Frühjahrsfütterung?
Um zu verhindern, dass Futter im Honig landet, achten Sie beim Bienen füttern im Frühjahr auf einen klaren Schnitt: Flüssige Fütterung beenden Sie, bevor Sie den Honigraum aufsetzen oder zur Tracht wandern. Futterteig dosieren Sie so, dass er rechtzeitig vor starkem Nektareintrag vollständig verbraucht ist. Starkes Reizfüttern mit Zuckerwasser bis kurz vor der Frühtracht eignet sich nicht für Honigimker, da Völker Restfutter in Waben über dem Brutnest hochtragen. Durch rechtzeitige Planung der Frühjahrsfütterung fördern Sie sowohl die Volksentwicklung als auch eine einwandfreie Honigqualität.
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